Sprachanforderungen

Wie kann der Sprachnachweis erbracht werden?

Der Nachweis der Sprachkompetenzen gilt als erbracht, wenn die Ausländerin oder der Ausländer

  • die am Wohnort gesprochene Landessprache als Muttersprache spricht und schreibt;
  • während mindestens fünf Jahren die obligatorische Schule in der am Wohnort gesprochenen Landessprache besucht hat;
  • eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe in der am Wohnort gesprochenen Landessprache abgeschlossen hat;
  • oder über einen Sprachnachweis verfügt, der die mündlichen und schriftlichen Sprachkompetenzen bescheinigt und der sich auf einen Sprachtest abstützt, der den allgemein anerkannten Qualitätsstandards für Sprachtestverfahren entspricht.
     

Welche Sprachzertifikate werden als Nachweis akzeptiert?

Für den Sprachnachweis werden im Kanton Zürich folgende Sprachzertifikate akzeptiert:

  • telc
  • Goethe
  • ÖSD
  • TestDaF
  • KDE
  • fide

 

Welche Unterschiede bestehen zwischen den akzeptierten Sprachzertifikaten?

  • Die Sprachprüfungen telc, Goethe, ÖSD und TestDaF prüfen sowohl mündliche wie auch schriftliche Sprachkompetenzen. Diese Zertifikate eignen sich aufgrund der Prüfungsformate vor allem für lerngewohnte Personen. Sie könnten zum Teil bereits im Herkunftsland absolviert werden können.
  • Der TestDaF entspricht mindestens dem Sprachniveau B2.
    Der KDE wurde vom Kanton Zürich (Gemeindeamt) zwecks Überprüfung der Sprachkompetenzen im Hinblick auf eine Einbürgerung konzipiert. Der Test prüft die Niveaustufen A2 schriftlich und B1 mündlich.
  • Der fide Sprachnachweis weist als einziger Test die mündlichen und schriftlichen Kenntnisse separat aus. Er deckt eine Bandbreite an Niveaus von A1 bis B1 ab und ist insbesondere für lernungewohnte Personen geeignet.
     

Welche sprachlichen Anforderungen bestehen bei der Zulassung von Ausländerinnen und Ausländer?

  • Ausländerinnen und Ausländer, die zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit als religiöse Betreuungs- oder Lehrperson oder als Lehrkraft für heimatliche Sprache und Kultur zugelassen werden, müssen mündliche Deutschkenntnisse in Niveau B1 und schriftliche Deutschkenntnisse in Niveau A1 vorweisen.
  • Personen aus Drittstaaten, die eine Zulassung im Familiennachzug zu einer in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Person aus einem Drittstaat beantragen, müssen mündliche Deutschkenntnisse in Niveau A1 nachweisen können. Alternativ zu den Zertifikaten kann die Anmeldebestätigung für ein Sprachförderungsangebot, bei dem innert einem Jahr ein Zertifikat über mündliche Deutschkenntnisse in Niveau A1 erlangt werden kann, eingereicht werden.
  • Beim Familiennachzug zu Schweizerinnen und Schweizern oder zu EU/EFTA-Staatsangehörigen werden keine Sprachkenntnisse vorausgesetzt.
  • Personen aus Drittstaaten, die zu einem anderen Aufenthaltszweck in die Schweiz einreisen (bspw. zur Erwerbstätigkeit oder zur Aus- und Weiterbildung) müssen keine Sprachkompetenzen nachweisen.
     

Welche Sprachkenntnisse werden bei einem Statuswechsel von F in B (vorläufige Aufnahme zu Aufenthaltsbewilligung) verlangt?

Bei einem Statuswechsel müssen mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse in Niveau A1 mittels Zertifikat nachgewiesen werden.

 

Gibt es Ausnahmen vom Sprachnachweis?

Ja. Vom Erfordernis des Sprachnachweises kann in folgenden Fallkonstellationen abgesehen werden:

  • Bei über 75-Jährigen wird kein Sprachnachweis eingefordert.
  • Gesuchsteller mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten müssen ebenfalls keinen Sprachnachweis einreichen, wenn sie ihre Einschränkungen medizinisch belegen können. Dies können sie anhand von ärztlichen Zeugnissen, welche bspw. die Lernunfähigkeit, Minderintelligenz oder Hörschwäche bescheinigen.
  • Gesuchsteller, die vorbringen, Analphabeten zu sein, haben einen Alphabetisierungskurs zu absolvieren. In diesen Fällen wird neben dem abgeschlossenen Besuch des Alphabetisierungskurses eine Bestätigung der entsprechenden Sprachschule über das Hörverständnis und die Sprachfähigkeit in Niveau A1 (lediglich verstehen und sprechen) verlangt.
  • Der Nachweis gilt zudem als erbracht, wenn die Ausländerin oder der Ausländer Deutsch als Muttersprache spricht und schreibt, während mindestens drei Jahren die obligatorische Schule in Deutsch oder eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch besucht hat (Art. 77d Abs. 1 lit. a – c VZAE).