Kantonswechsel

Kantonswechsel für vorläufig Aufgenommene und asylsuchende Personen

Personen mit einem Ausweis F (vorläufige Aufnahme), die den Aufenthaltskanton wechseln möchten sowie asylsuchende Personen mit einem Ausweis N, reichen ihr Kantonswechselgesuch beim zuständigen Staatssekretariat für Migration in Bern (SEM, Direktionsbereich Asyl und Rückkehr) ein, Tel. 058 465 11 11.

Über eine Gutheissung entscheidet in jedem Fall das SEM. Je nach Fallkonstellation wird im Vorfeld die Stellungnahme der entsprechenden Kantone eingeholt. Das SEM fordert die betreffenden Kantone auf, innert 30 Tagen schriftlich Stellung zu nehmen, ob sie dem Gesuch zustimmen oder nicht. Nehmen der eine oder der andere bzw. beide Kantone nicht fristgemäss Stellung zum Gesuch, wird die Zustimmung vermutet.

Das SEM verfügt einen allfälligen Kantonswechsel auf das Gesuch einer asylsuchenden, schutzbedürftigen oder vorläufig aufgenommenen Person hin bei Anspruch auf Einheit der Familie und schwerwiegender Gefährdung. Es stützt sich dabei auf Artikel 22 Absatz 2 Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen (AsylV 1; SR 142.311) i.V.m. Artikel 27 Absatz 3 Asylgesetz und Artikel 21 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA; SR 142.281). Werden andere Gründe als der Grundsatz der Einheit der Familie oder der schwerwiegenden Gefährdung geltend gemacht, setzt dies nach Artikel 22 Absatz 2 Asylverordnung 1 die Zustimmung der betreffenden Kantone voraus.

Bei Asylsuchenden gilt diese Regelung bis zum Abschluss des ordentlichen Verfahrens. Für weggewiesene Personen, denen das SEM nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens eine Ausreisefrist angesetzt hat, ist ein Kantonswechsel ausgeschlossen.